Thermotransferdruck

Aus EtikettenWissen
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Thermotransferdruck bei der Produktion von Warnhinweisen

Beim Thermotransferdruck wird das gewünschte Druckbild durch partielle Hitzeerzeugung (griechisch thermós = warm) ohne größere mechanische Beeinflussung des Druckgutes erzeugt. Das entstehende Druckbild ist sehr haltbar und kann auf unterschiedlichsten Bedrucktstoffen zum Einsatz kommen.

Druckverfahren

Farbbandlager

Der Druckkopf eines Thermotransferdruckers enthält multiple Heizelemente, sogenannte Dots. Zum Drucken wird über dem Bedruckstoff, beispielsweise Papieretiketten, synchron eine spezielle Farbfolie (das Farbband) am Druckkopf entlanggeführt, dessen Dots entsprechend des gewünschten Druckbilds erhitzt werden. Durch die Hitze wird eine punktgenaue Farbübertragung auf das Druckmatieral initiiert.

Beim Thermotransferdruck ist das Zusammenspiel von Thermotransferdrucker, dem Farbband und dem zu bedruckenden Papier ausschlaggebend, um ein qualitativ hochwertiges Etikett zu erhalten.

Ausführungen

Industrie und Desktopdrucker

Thermotransferdrucker gibt es in verschiedenen Ausführungen.

Bei den Bauformen kategorisiert man in kompakte Desktopdrucker, robuste Industriedrucker und ganze Druckwerke zum Einbau in Produktionsstraßen, die sich wiederum in Druckauflösung, Druckbreite und Geschwindigkeit unterscheiden.

Viele Thermotransferdrucker können mit entsprechendem Material auch als Thermodirektdrucker eingesetzt werden.

Verwendung

Thermotransferdrucker

Thermotransferdruck bietet durch seine Vielseitigkeit ein weites Spektrum an Einsatzgebieten. Sowohl der Druck von Singulärdaten, Seriennummern und Einzeletiketten als auch die Verarbeitung von Massendaten in großen Stückzahlen ist möglich. Speziell eignet sich der Thermotransferdruck für die Anfertigung von Barcode-Etiketten, da der hervorragende Kontrast eine hohe Scanrate ermöglicht. Mittels Thermotransferdruck angefertigte Etiketten haben eine vergleichsweise hohe Lebensdauer. Wählt man die richtige Kombination aus Trägermaterial und Thermotransferband sind die außerdem beständig gegen mechanische und chemische Einflüsse.

Einsatzgebiete

Materialien für den Thermotransferdruck

Aufgrund der vielseitigen Einsatzgebiete des Thermotransferdrucks, für die wiederum nahezu abundante Materialien zur Verfügung stehen, sollte die folgende Liste nur als Anriss der üblichsten Materialien gesehen werden:

Vorteile von Thermotransferdruck

Die wichtigsten Vorteile beim Thermotransferdruck sind die geringen Druckkosten und die hohe Haltbarkeit des Druckbilds. Außerdem handelt es sich um eine ausgereifte, robuste und wartungsarme Technik. Die Kantenschärfe und der Kontrast sind sehr gut, was vor allem bei Strichcodes von Vorteil ist.

Im professionellen Umfeld entfallen im Vergleich zu anderen Drucktechniken wie dem Siebdruck die Einrichtungskosten.

Durch ein umfangreiches Angebot an Thermotransferfolien ist der Druck in vielen Farben inklusive Sonderfarben wie Silber und Gold möglich.

Nachteile von Thermotransferdruck

Der grösste Nachteil ist mit Sicherheit der einfarbige, gerasterte Druck. Vollfarbige Bilder oder Fotos sind mit dem Thermotransferdruckverfahren unmöglich. Für mehrfarbige Piktogramm gibt es verschiedene Workarounds (siehe Farbiger Druck).

In Datenschutzkritischen Einsatzgebieten ist es von Nachteil, dass das gesamte Druckbild als Negativ auf dem Farbband sichtbar bleibt. Hier müssen unter umständen spezielle Vorkehrungen getroffen werden um das Farbband nach dem Druck zu vernichten.

Im Vergleich zum Thermodirektdruck ist ein Nachteil, das mit Papier und Farbband zwei getrennte Verbrauchsmaterialien vorliegen. Im Thermodirektdruck muss nur das Papier getauscht werden (siehe auch Vergleich: Thermodirekt oder Thermotransfer).

Farbiger Druck

Prinzipbedingt drucken Thermotransferdrucker immer in einer Farbe - der Farbe des aktuellen Farbbands. Diese Farbe muss nicht schwarz sein, sondern kann aus dem großen Sortiment an Farbbändern beliebig gewählt werden. Es gibt auch Sonderfarben wie z.B. goldfarbene Thermotransferbänder.

In manchen Fällen ist es wünschenswert mehrfarbige Etiketten zu drucken. Ein gängiges Beispiel sind GHS-Kennzeichnungen, deren Piktogramm in einer orangefarbenen Raute stehen müssen. Um mehrfarbig zu drucken, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Synchronisierte Drucker

Durch sequentiell synchronisierte Drucker können konsekutiv auf die gleiche Rolle Endlosmaterial verschiedene Farben aufgebracht werden. Die Drucker werden mit den unterschiedlichen Farben bestückt und durch eine Softwaresynchronisation wird unterbrechungsfreies Drucken in mehreren Farben möglich, auch wenn die einzelnen Drucker nur einen Druckkopf besitzen. Eine entsprechende Lösung bietet beispielsweise der Druckerhersteller Godex an.

Video: Zwei Godex Drucker arbeiten Synchron

Mehrere Druckköpfe

CAB XC4 druckt zweifarbig mit zwei Druckköpfen

In den Zweifarb-Druckern CAB XC4 und XC6 arbeiten zwei Druckköpfe hintereinander mit zwei Farbbändern. Durch die vollständige Kapselung sind diese Systeme auch für den Hochleistungseinsatz im Industriesektor geeignet. Einer der Druckköpfe verfügt dabei über eine Foliensparautomatik, die das Farbband bei Nichtgebrauch anhält. Dieser Druckkopf wird daher sinnvollerweise für die Sonderfarbe eingesetzt.

Video: CAB XC6 mit zwei Druckwerken

Vordrucke

Eine weitere praktikable Möglichkeit ist der Einkauf von vorgedruckten farbigen Etiketten. Auf diesen ist z.B. die rote GHS-Raute bereits vorhanden und kann per Thermotransferdruck mit dem benötigten Symbol komplementiert werden. Bei hochfrequentem Bedarf kann es sich lohnen, komplett vorgedruckte Piktogramme zu kaufen, bei denen nur noch die individuelle Beschriftung zu ergänzen ist.

Hersteller

Bekannte Hersteller von Thermotransferdruckern zur Kennzeichnung und Etikettierunng, bzw. Barcode-Druckern sind u.a.:

Siehe auch

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