Etikett

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Weinetikett

Etikett ist ein Synonym für Aufkleber. Unter einem Etikett wird ein Druckerzeugnis verstanden, das aus mehreren Schichten besteht. Die Oberseite kann mit einem Drucker bedruckt oder mit einem Stift beschriftet werden. Die Unterseite hat eine selbsthaftende Fläche, wodurch das Etikett auf fast jeder Oberfläche haften bleibt.

Geschichte

Das Wort Etikett geht auf das altfranzösische Wort estiquette zurück. Dieses stammt von dem Wort estequier / estiquer (befestigen, anhängen) ab. Die Bezeichnung "Etikette" stand früher am Königshof für eine Art Spickzettel mit Benimm- und Verhaltensregeln für die Gäste. Schon damals stand der Begriff "Etikette" für entscheidende, inhaltliche Informationen. Auch heute fungieren die Etiketten als wichtige Träger von Informationen.

Die Ägypter und Sumerer (3200 – 3100 v. Chr.) legten für das heutige Etikett den ersten Grundstein. Diese verwendeten das Etikett in Form von so genannten Rollsiegeln, auf denen Schriftzeichen eingeritzt wurden. Ein Rollsiegel wurde damals verwendet, um die Namen von Verwaltungsinstitutionen, von Beamten und von Königen zu überliefern. Bei den Römern und Griechen wurde das Rollsiegel später durch eine Art Anhänger ersetzt, der an Amphoren befestigt wurde.

Die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Guttenberg (* um 1400 in Mainz; † 3. Februar 1468 ebenda) war die entscheidende Erfindung für den heutigen Etikettendruck. Allerdings dauerte es noch einige Zeit, bis der Buchdruck auf den Etikettendruck übertragen wurde. Die ältesten gedruckten Etiketten stammen aus der Zeit um 1700. Die Oberfläche des Etiketts wurde damals mit nassem Leim (Leimetikett) bestrichen und dann an entsprechender Stelle aufgeklebt. Bis in das 18. Jahrhundert wurden die ersten Etiketten ausschließlich auf Warenballen geklebt. Erst mit den Weinetiketten wurden die Etiketten künstlerisch gestaltet. Die Gestaltung wurde durch Alois Senefelders Erfindung des lithografischen Druckverfahrens (1798) und des Mehrfarbendrucks (1826) ermöglicht.

Das Etikett entwickelte sich, neben der ursprünglichen Funktion als Informationsträger, zu einem werbenden Kleinplakat und später zu einem populären Werbemittel. In den 30er Jahren wurden die ersten Selbstklebeetiketten (Haftetiketten) erfunden. Der Amerikaner Stanton Avery präsentierte 1935 unter dem Namen "Kum-Kleen" einen neuartigen Preisaufkleber. Dieser war auf der Rückseite mit Kautschukkleber bestrichen und konnte aufgeklebt und später wieder abgezogen werden. Mit dieser Erfindung legte Avery den Grundstein für einen neuen Industriezweig.

Für die Verbreitung der ersten Etiketten in Deutschland war die Firma Feinpapiergroßhandlung Wilhelm Jackstädt verantwortlich. Denn Ende der 40er Jahre brachte die Feinpapiergroßhandlung eine selbstklebende Postkarte auf den Markt. Damit hatte der Siegeszug der Selbstklebeetiketten begonnen. Neuentwicklungen im Bereich der Drucktechnik, bei den Klebestoffen, oder der Etikettierung brachten die selbstklebenden Etiketten ebenso voran wie neue Kunststoffmaterialien (Vinyl oder Polyethylen) oder die Möglichkeit zum Bedrucken der Etiketten mit variablen Daten. Der Aufkleber dient heute als Informationsträger, zur Attraktivitätssteigerung des Produktes und soll potenzielle Kunden mit Hilfe des Designs zum Kauf bewegen.


Etikettenmaterial

Die gängigsten Materialien sind Papier-Etiketten. Dort wo die Beanspruchung und die Dauerhaftigkeit ein Papier-Etikett überfordert, werden Folien-Etiketten bzw. Kunststoffetiketten verwendet. Zu den Folien-Etiketten zählen:

Einsatzgebiet

Die Etiketten werden im Unternehmen meist als Adressetikett, Nummernetikett, Werbeetikett, Paketaufkleber, Versandetikett und Barcode-Etikett verwendet. Sie werden aber auch zur Kennzeichnung von Maschinen, Kabeln oder Produkten eingesetzt. Letztendlich ist die Wahl des richtigen Etiketts abhängig vom gewünschten Ergebnis und der späteren Anforderung.

Herstellung

Etiketten werden je nach Auflage (Stückzahl), Material und Anforderung in unterschiedlichen Herstellungsverfahren hergestellt. Dazu gehören in erster Linie das Thermotransferdruckverfahren. Der Siebdruck wird eingesetzt, wenn Aufkleber besonders witterungsbeständig sein sollen oder, Sonderfarben (HKS, RAL, Pantone etc.), Metallicfarben oder Spezialeffekte gedruckt werden sollen.

Für die Herstellung der Etiketten werden Etikettenstanzmaschinen benötigt. Die Maschinen stanzen die Haftetiketten mit Hilfe des Hub- oder Rotationsverfahren aus.

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