Trägerlose Etiketten

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Trägerlose Etiketten sind Etiketten auf Rolle, die keine Trennschicht (Träger) zwischen Kleber und nächster Etikettenschicht haben. Sie entsprechen also im Aufbau den bekannten Klebebandrollen. Teilweise wird auch der englische Begriff "linerless Etiketten" verwendet.

Technik

Die meist silikonhaltige Trennschicht ist direkt auf der Etikettenoberfläche aufgebracht. Dadurch lösen sich die Etiketten voneinander, ohne zusätzliches Material zwischen den Lagen auf der Rolle zu benötigen. Die Klebeschicht der obersten Lage liegt also direkt auf den Etiketten der nächsten Lage.

Das Material der trägerlosen Etiketten ist temperatursensitiv und lässt sich im Thermodirektverfahren bedrucken. Dies ist das einzig verwendbare Druckverfahren, da Farbstoffe nicht auf der silikonhaltigen Trennschicht haften würden.

Naturgemäß lassen sich trägerlose Etiketten nur auf Rollen anwenden, Bogenware würde schon vor dem Druck am Drucker festkleben. Auch sind sie immer als Endlosmaterial ausgeführt, da nach einer Stanzung die Rolle nicht mehr durch das Trägermaterial zusammengehalten würde, wie bei herkömmlichen Etiketten.

Nachteile

Um Etiketten ohne Träger verarbeiten zu können, benötigt man spezielle Drucker, die für das Material geeignet sind. Sie müssen die Etiketten auch direkt zuschneiden können, da linerless Etiketten immer Endlosware sind.

Außerdem ist man eingeschränkt auf Thermodirektdruck, was weniger haltbare Etiketten bedeutet und farbigen Druck unmöglich macht.

Nach dem Druck und Zuschnitt ist die Klebeseite des Etiketts ungeschützt und kann so verschmutzen oder ungewollt festkleben. Eine Lagerung ist daher nicht möglich, die Etiketten müssen möglichst direkt nach Druck verwendet werden.

Da es sich bei linerless Etiketten um ein Nischenprodukt handelt, ist die Auswahl und die Anzahl der Anbieter eingeschränkt.


Vorteile

Durch das Weglassen des Trägermaterials ist eine abfallfreie Verwendung möglich: Das gesamte auf der Rolle vorhandene Material wird verwendet und als Label aufgeklebt. Dies hat vor allem Vorteile im mobilen Einsatz, wo die Sammlung des verbrauchten Trägermaterials Patz benötigen und Aufwand bedeuten würde.

Durch das dünnere Etikettenmaterial sind bei gleichem Durchmesser mehr Etiketten auf einer Rolle. Herstellerangaben schwanken zwischen 30% und 60% zusätzlichen Etiketten. Dadurch müssen Etikettenrollen seltener gewechselt werden und vor allem bei mobilen Anwendungen sind mehr Etiketten auf gleichen Raum verfügbar.

Theoretisch ist es auch möglich trägerlose Etiketten durch den geringeren Materialbedarf günstiger herzustellen. In der Praxis kann der Preisvorteil durch die benötigten speziellen Drucker und die geringere Anbieterzahl teilweise nicht erreicht werden.

Fazit

Bei mobilen Druckern, bei denen Thermodirektdruck schon wegen des nicht benötigten Farbbands Sinn macht, Volumen und Gewicht begrenzende Faktoren sind, und Etiketten meist direkt nach Druck verwendet werden, kann trägerloses Material von Vorteil sein. Entsprechend haben Hersteller wie Zebra mobile Drucker für diesen Einsatz im Angebot.

Im industriellen Einsatz überwiegen die Nachteile, so dass man sehr selten Industriedrucker für trägerlose Etiketten sieht.

Siehe auch

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