Thermodruck

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Der Begriff Thermodruck beschreibt mehrere hitzebasierende Druckverfahren und wird oft als ein Synonym für das Thermodirektdruck-Verfahren verwendet. Dies ist so nicht ganz richtig, denn der Begriff Thermodruck umfasst neben Thermodirektdruck auch das Thermotransfer-Verfahren und das sogenannte Thermosublimations-Verfahren. Alle drei Methoden verwenden Hitze um das gewünschte Druckbild zu erzeugen. Der genauere Ablauf unterscheidet sich allerdings und setzt auf zusätzliche Bauteile und z. T. auf verschiedene Materialien.

Wann entstand Thermodruck?

Im Gegensatz zu anderen Drucktechniken ist der drucklose Thermodruck noch relativ jung. Erst 1966 wurde der erste Thermodrucker von Texas Instruments INC. aus Dallas veröffentlicht. Da für den Druck mit Hitze punktgenaue Hitzeeinwirkung von Nöten ist, konnten erst zu dieser Zeit die nötigen Komponenten für das neue Druckverfahren hergestellt werden.

Die Anfänge des Thermodrucks sind von einigen Schwierigkeiten geprägt. Besonders Thermodirektdrucker, die für ihre Funktion ein spezielles thermosensibles Papier benötigen waren damals noch nicht ganz ausgereift. Das Thermo-Papier enthielt viele aggressive Inhaltsstoffe, die den Druckkopf trotz des fehlenden Drucks angriffen. Der Druckkopf war also von großem Verschleiß betroffen und musste häufig durch ein teures Ersatzteil ausgetauscht werden. Erst im Laufe der Zeit wurde die Rezeptur von Thermopapier verbessert, das heute zum großen Teil ohne schädliche Inhaltsstoffe produziert werden kann – und keinen Druckköpfe mehr im großen Stil verschleißt.

Wie funktioniert Thermodruck?

Die Besonderheit dieser einzelnen Techniken liegt in ihrer Funktionsweise: Thermodrucker arbeiten mit punktueller Hitzeeinwirkung, die durch kleine Heizwiderstände im Druckkopf erzeugt werden. Dabei wird das zu bedruckende Material lediglich am Druckkopf „vorbeigezogen“ – das Druckbild muss also nicht durch Druck fixiert werden. Der Transport des zu bedruckenden Materials funktioniert mit einer Druckwalze, die das Material mit einer gleichbleibenden Geschwindigkeit am Druckkopf vorbeizieht. Da Druckkopf und Druckwalze den meisten Kontakt mit dem Druckmaterial haben, müssen diese in gewissen Zeitabständen mit passenden Ersatzteilen ersetzt werden.


Die Auflösung von Thermodruckern ist unabhängig vom einzelnen Druckverfahren. Gemessen wird dabei in Dots per Inch (dpi) oder in seltenen Fällen in Dots per Millimeter (dpmm). Diese Größe gibt an, wie viele Heizelemente sich in einer Reihe befinden und somit wie präzise und genau das Gerät drucken kann. Gängig sind die Auflösungen 150 dpi, 200 dpi, 300 dpi und für hochauflösende Geräte 600 dpi.

Wie funktionieren die einzelnen Druckverfahren?

Mit dem Thermodirektverfahren werden hauptsächlich Dokumente oder Etiketten gedruckt, von denen keine große Haltbarkeit verlangt wird. Gedruckt werden kann nur mit speziellem, thermosensiblem Papier, das sich durch seine chemische Zusammensetzung bei Hitzeeinwirkung stark verfärbt. Da das Material im Umkehrschluss hitze- und lichtempfindlich ist, sind Aufdrucke oft nach einer gewissen Zeit nicht mehr erkennbar. Auch Farbdruck ist mit dem Thermodirektverfahren nur schwer möglich. Zwar gibt es Thermo-Papier mit verschiedenen Farbbereichen, dieses ist aber noch nicht verbreitet und im Moment noch sehr teuer. Ein Vorteil des Thermodirektdrucks ist allerdings der besonders kostengünstige Druck: Für das Generieren des Druckbilds wird keine Farbe benötigt. Besonders häufig findet man Thermodirektdrucker im Einzelhandel, wo damit Kassenbons gedruckt werden.

Auch der Thermotransferdruck basiert auf Hitzeeinwirkung, wie die verwandten Verfahren. Hier wird allerdings ein Thermotransfer-Farbband benötigt, von welchem die Farbe auf das Material geschmolzen wird. Spezielles Material wird nicht benötigt – das Harz oder Wachs des Farbbandes trocknet in den wenigen Sekunden und lässt sich danach nicht mehr vom Träger ablösen – egal ob auf Papier, Gewebe oder Kunststoff gedruckt wird. Die extreme Haltbarkeit des Druckbilds macht den Thermotransferdruck vor allem für langfristige Beschriftungen interessant. Auch hier ist der Farbdruck nur schwierig zu realisieren. Wer trotzdem mehrfarbige Etiketten möchte, muss entweder zweimal dasselbe Etikett bedrucken oder zu einem synchronisierten Thermotransferdrucker greifen.

Auch der Thermosublimationsdruck arbeitet mit einem Farbband, das zusammen mit dem Material am Druckkopf vorbeigezogen wird. Der Unterschied zum Thermotransferdruck liegt in der Temperatur. Beim Thermosublimationsdruck wird das Wachs oder Harz mit besonders hohen Temperaturen verdampft und so auf das Druckmaterial gebracht. Auch Farbabstufungen sind dabei möglich, was bei den anderen beiden Thermodruck-Verfahren nur sehr schwer zu realisieren ist. Je nach Menge der zugeführten thermischen Energie, ist auch die übertragene Farbstoffmenge unterschiedlich. Zwar kann auch farbig gedruckt werden, dafür sind aber vier verschiedene Farbbänder (Cyan, Gelb, Magenta, Schwarz) nötig, aus denen in mehreren Durchläufen einzelne Farben erzeugt werden.

Wo werden Thermodrucker eingesetzt?

Da mit den einzelnen Verfahren des Thermodrucks völlig verschiedene Anforderungen erfüllt werden, ist die Liste der Einsatzgebiete dementsprechend lang. Allgemein ist dabei zu sagen, dass Thermodrucker zum größten Teil in der professionellen Kennzeichnung zum Einsatz kommen. Da farbige Ausdrucke kaum möglich oder mit großem Aufwand verbunden sind, hat sich der Thermodruck im privaten Bereich nicht durchsetzen können.


Dafür ist der Thermodruck im industriellen Bereich umso breiter angesiedelt. Etiketten, Quittungen, Armbänder in Krankenhäusern, Regalbeschriftungen und vieles mehr werden hauptsächlich mit einem Thermo-Verfahren realisiert. Anzutreffen ist der Thermodruck also in den Bereichen

  • Einzelhandel
  • Gesundheitswesen
  • Lager
  • Transport und Logistik

Und vielen weiteren Bereichen in denen entweder besonders kostengünstig gedruckt werden soll oder Materialien dauerhaft beschriftet werden sollen.

Siehe auch

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