DIN

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Die Abkürzung DIN ist in Deutschland wohl bekannt, denn in unserem Land gibt es kaum etwas, was nicht genormt wurde. Von Anschlüssen über Fassungen für Glühbirnen – mittlerweile sogar die Schraubverschlüsse für Fruchtsaft und Honig – alles ist in der langen Liste deutscher Normen geregelt. Was vielen trotz der vielen Berührungspunkte mit DIN-Normen nicht bewusst ist:

DIN steht für Deutsches Institut für Normung und beschreibt eigentlich eine Organisation – und nicht die Norm selbst.

Was ist das Deutsche Institut für Normung?

Das Deutsche Institut für Normung e.V. ist ein eingetragener Verein, der sich durch Mitgliedsbeiträge und den Vertrieb von Normungsdokumenten selbst finanziert. Die DIN ist unsere allgemein anerkannte Normungsorganisation, die der Bundesregierung beratend zur Seite steht, wenn Fragen zur Norm aufkommen. Sie vertritt auch deutsches Interesse, bei der internationalen Vergabe von Normungen.

Das Deutsche Institut für Normung ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt:

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Geschäftsleitung und Vorstand der DIN sind für alle geschäftlichen Belange der Organisation zuständig. Personen, die in einem der beiden Bereiche tätig sind gelten als Angestellte der DIN und erhalten dafür ein Gehalt, wie jeder andere Arbeitnehmer auch.

Die Vereinsmitglieder der DIN sind in der sogenannten Mitgliederversammlung organisiert. Je nach Interessenbereich der einzelnen Mitglieder kann die Mitgliederversammlung noch weiter in verschiedene Interessenkreise aufgeteilt werden. Die eigentliche Normungsarbeit geschieht in den Arbeitsausschüssen, die aus Fachleuten der Mitgliederversammlung bestehen. Hier werden Normungsvorschläge erarbeitet, über deren Annahme gemäß des Konsens-Verfahrens abgestimmt wird.

Für die Veröffentlichung der offiziellen Normungsvorschläge ist das sogenannte Präsidium zuständig. Auch die Mitglieder des Präsidiums werden von der Mitgliederversammlung gewählt. Neben Zugehörigen der Mitgliederversammlung ist auch der Vorstandsvorsitzende im Präsidium, wo zuletzt über die Aufnahme neuer Normen entschieden wird.

Warum gibt es die DIN?

Die DIN wurde am 22. September 1917 gegründet. Damals, als der erste Weltkrieg in vollem Gange war, mussten gelieferte Waffen eine gewisse Qualität besitzen. Funktionierten Waffen nicht richtig, konnte dies große Gefahren für deutschen Soldaten bergen und möglicherweise einen – dann trotzdem nicht erreichten - Sieg des deutschen Reiches verhindern. Die Funktionäre des Deutschen Reiches riefen im Mai 1917 also den „Normalienausschuss für Maschinenbau“ ins Leben. Gedacht war diese Institution als Produktionsgemeinschaft für Rüstungshersteller, die alle denselben Kunden belieferten: Das Militär. Besonders auf den Bau von Kriegsmaschinen sollte dabei Wert gelegt werden.

Am 22. September wurde der Tätigkeitsbereich des Normalienausschusses auf die gesamte Industrie ausgeweitet und sollte fortan wichtige technische Daten vereinheitlichen. Zu diesem Zweck wurde die Organisation unbenannt und trug seitdem den Namen „Normenausschuss der deutschen Industrie“. Normen, die von dieser Organisation veröffentlicht wurden hießen Deutsche Industrie-Normen, die als DIN abgekürzt wurden.

1920 wurde der Normenausschuss der deutschen Industrie als Verein eingetragen und hat seitdem noch mehrmals seinen Namen gewechselt. Alles hat dazu geführt, dass das Deutsche Institut für Normung heute für eine einheitliche Normung in ganz Deutschland sorgt. Allerdings hat sich der Tätigkeitsbereich der DIN stark auf die internationale Ebene verschoben und dient heute dem Ziel, technische Standards international soweit wie möglich zu vereinheitlichen.

Nach welchen Grundsätzen handelt die DIN?

Die DIN versteht Normen als einen Vorschlag, den man anwenden kann. Niemand ist gezwungen eine Norm zu verwenden, doch einheitliche Standards können vor allem in Wirtschaft und Handel von großer Bedeutung sein. Wichtig ist der DIN außerdem, dass alle Normen über einen Konsens bestimmt werden. Jede Norm, die verabschiedet wird muss bei einer Abstimmung der Mitgliederversammlung eine Mehrheit erhalten – sonst wird sie nicht angenommen.

Normen sollen gemäß der DIN immer am Gemeinwohl orientiert sein und keiner kleinen Gruppe einen bestimmten Vorteil verschaffen. Nutzen für das Gemeinwohl können z. B. mehr Sicherheit durch Sicherheitskennzeichnung, der Schutz von Verbrauchern, Arbeitnehmern oder Umweltschutz sein.

Für die DIN ist der neuste Stand der Wissenschaft und Technik von großem Wert und wird bestmöglich in die Normung miteinbezogen, schließlich nutzt die Normung einer veralteten Technik heute niemandem mehr etwas. Intern achtet die DIN strikt darauf, dass alle Interessentenkreise in eine Entscheidungsfindung miteinbezogen werden. Zwar sind für die Erarbeitung eines Normvorschlags einzelne Arbeitsausschüsse zuständig – in einer finalen Abstimmung kann aber jedes Mitglied seine Stimme abgeben.

Welche Normen gibt DIN heraus?

DIN veröffentlicht praktisch alle Normen in Deutschland und vertreibt die passenden Publikationen über den zugehörigen Beuth-Verlag. Zwar wirken auch andere, internationale Organisationen an der Erstellung neuer Normen mit, doch DIN ist auch dort Mitglied und veröffentlicht gemachte Vorschläge als fertige Norm. Auch die Europäischen Normen in deutscher Sprache werden von DIN herausgegeben, obwohl die Norm ursprünglich von einem internationalen Normungsgremium stammt.

Die bekanntesten Normen sind z. B. die Papierformate (DIN A4), die 1922 eingeführt wurden und heute überall zu finden sind. Oder die Vereinheitlichung von Verkehrsschildern. Heute machen nationale Normen nur noch einen kleinen Teil der Normungsarbeit der DIN aus. Die meiste Zeit vertritt DIN deutsche Interessen bei internationalen Normungsausschüssen, weshalb die letzten Jahre vermehrt Europäische Normen unter dem Stichwort DIN herausgekommen sind.

Auch für Sicherheitskennzeichnungen gibt es Normen. Siehe hierzu die Kategorie: Gesetze und Normen.

Siehe auch

  • EN - europäische Norm
  • ÖNORM - österreichische Normen
  • ISO - internationale Normen
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