Bieretiketten

Aus EtikettenWissen
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bieretikett

Bieretiketten sind Informationsträger auf Bierflaschen, deren Inhalt gesetzlichen Regelungen unterliegt. Bieretiketten werden unterteilt in Brust-, Bauch- und Rückenetiketten.

Gesetzliche Grundlagen

Zur Kennzeichnung von Bier greifen verschiedene nationale und europäische Gesetze. Die folgende Zusammenstellung ist daher leicht vereinfachend zusammengefasst.

Zu beachtende Gesetze stammen dabei aus dem Lebensmittelrecht, aus dem Eichrecht, dem Hygienerecht und dem Recht zum Verkauf von Bier.

Pflichtangaben

  • Verkehrsbezeichnung
  • Nennfüllmenge
  • Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)
  • Alkoholgehalt (bei Getränken mit mehr als 1,2% Vol. Alkohol)
  • Herstellerangabe (vollständige postalische Anschrift)
  • Zutatenverzeichnis
    • Malzart ("Malz" ist aufgrund der Allergenkennzeichnung nicht mehr ausreichend)
    • Kohlensäure (nur wenn zugegeben, "Gärungskohlensäure" wenn aus anderem Brauprozess)
  • Losangabe (Kennzeichnung der Verkaufseinheit, kann bei vollständigem MHD mit Tag/Monat/Jahr weggelassen werden,
    beginnt immer mit "L")
  • Nährwertkennzeichnung
    • Pflicht bei nährwertbezogenen Angaben, wie z.B. kalorienarm
    • Verboten bei Alkoholgehalt > 1,2% (außer Bezug auf reduzierte Kalorien)
    • in allen anderen Fällen freiwillig möglich

Alle Angaben müssen in deutscher Sprache, leicht verständlich und lesbar angebracht werden und dürfen nicht durch andere Zeichen verdeckt werden.

Praktisch alle verpflichtenden Angaben müssen im gleichen Sichtfeld angebracht werden und werden typischerweise auf dem Rückenetikett vereint.

Gesetze

  • Verordnung (EG) Nr. 178/2002 - zur Festlegung der allgemeinen Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechts
  • LFGB - Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch
  • LMKV - Verordnung über Kennzeichnung von Lebensmitteln
  • LKV - Los-Kennzeichnungs-Verordnung
  • NKV - Verordnung über nährwertbezogene Angaben bei Lebensmitteln und die Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln
  • Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 - über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel
  • Fertigpackungsverordnung
  • Verordnung (EG) Br. 1925/2006 - über den Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen
  • Verordnung (EG) Nr. 834/2007 - über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen

Die Aufgaben der Gesetze umfassen dabei den Gesundheitsschutz, den Täuschungsschutz und die Information des Verbrauchers.

Kalorienkennzeichnung

Der Ausschuss für Umwelt und Gesundheit des Europaparlaments stimmte am 31.03.2015 für eine genauere Angabe der Inhaltsstoffe auf alkoholischen Getränken. Dazu gehören auch die Kalorienangaben. Damit würde die Ausnahme für Getränke mit mehr als 1,2% Alkohol wegfallen und Bier müsste wie andere Lebensmittel gekennzeichnet werden.

Ein entsprechender Gesetzesvorschlag soll von der EU-Kommission bis Ende 2015 erarbeitet werden.

Anforderungen

Die Frontetiketten (Bauch- und Brust-) dienen vor allem der Verkaufsförderung und der Markenpräsentation. Hier werden häufig spezielle Veredelungsverfahren und Stanzungen eingesetzt.

Bieretiketten müssen typische Transportbedingungen wie wechselnde Temperaturen und vor allem Kälte überstehen, ohne sich zu lösen oder Falten zu werfen. Gleichzeitig sollen sich die Etiketten von Mehrwegflaschen in der Reinigungsanlage leicht und rückstandsfrei vom Glas lösen. Hierzu wurden früher vor allem Kaseinkleber verwendet, die inzwischen immer mehr durch gleichwertige synthetische Kleber ersetzt werden.

siehe auch: Etikettenkleber

Siehe auch

Weblinks

Meine Werkzeuge
Navigation
Kategorien
Werkzeuge