Barcode entstören

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entstörter Barcode

Einige Hersteller "entstören" Ihre Barcodes. Dazu wird etwas zusätzliches, nicht der Norm entsprechendes auf den Strichcode gedruckt. Auch manche Privatanwender versuchen die Codes aus Angst zu "neutralisieren".


UPDATE: Der Glaube an die Strahlung hält sich auch im Jahre 2016 noch hartnäckig. Das aktuelle Beispiel der Firma Neumarkter Lammsbräu zeigt deutlich, dass es noch immer Menschen gibt die an diesen „Hoax“ glauben. Am 21.6 fotografierte ein User eine Flasche der oben genannten Firma und wollte sich über die Facebook Seite des Herstellers erkundigen, welche Bedeutung dieser Querstrich auf dem Barcode hat. Die Firma antwortet darauf, dass es Menschen gebe, die sich über die Strahlung des Barcodes „Sorgen“ machen und nur durch den Querstrich eine „Neutralisierung“ entstehen könne. Natürlich hat dies für den Scan keine Auswirkung und der Hersteller selbst, reagiere auf den Kundenwunsch, was löblich ist. Jedoch zeigt es sich, dass noch immer diese Verschwörung existiere und Menschen noch immer daran glauben. Neben mimikama.at berichteten auch andere Portal über diesen Vorfall.

Hätte man doch nur vorher diesen Artikel von uns gelesen, dann hätte man sich viel Trubel erspart ;)



Gründe für die Entstörung

Der Hauptgrund für die Entstörung von Barcodes ist der Glaube, die Codes würden eine Art von Strahlung aussenden. Die Entstörung soll diese Strahlung neutralisieren.

Das dies ein Aberglaube ist und Strichcodes keine Strahlung aussenden oder empfangen können, haben wir ausführlich im Artikel Strichcode-Verschwörung dargelegt.

Ein zweiter Grund kann das unleserlich machen nach dem Einkauf sein. Von den verschiedenen Gründen hierfür dürfte die Angst vor Überwachung der Häufigste sein.

Arten der Entstörung

Strichcode mit Symbol zur Entstörung
durchgestrichener Strichcode

Von den Herstellern entstörte Strichcodes enthalten meist ein zusätzliches Element, dass mit der gleichen Druckfarbe aufgedruckt ist. Oft sollen die einzelnen Striche verbunden und so eine Antennenwirkung vermieden werden. Hierzu werden z.B. die Striche oben oder unten durch einen waagerechten Strich verbunden. Teilweise werden auch Symbole direkt über den Barcode gedruckt, da man glaubt, dass die Störwirkung dadurch größer ist und es somit viel wahrscheinlicher ist das Feld zu unterbrechen. Dies ist nur möglich, weil die Codes sehr fehlertolerant sind. Man kann aber trotzdem von einer erhöhten Fehlerrate beim Scannen ausgehen.

Privatanwender versuchen ihre Strichcodes nach dem Einkauf zu neutralisieren, indem sie diese mit einem Filzstift übermalen. Hierzu werden sogar spezielle Filzstifte angeboten, die aber nach aktuellem Kenntnisstand keinen Nutzen bieten, sondern nur überteuert sind.

Häufig sollen auch waagerechte Filzstiftstriche den Code entstören. Interessanterweise bleibt der Code dabei aber problemlos lesbar und die aufgemalten Striche haben effektiv keinerlei Auswirkung.

Als drittes gibt es noch diverse Gerätschaften die Schwingungen ausgleichen sollen und auch für die Verwendung von Barcodes beworben werden. Die Funktionsweise ist hierbei nicht klar, der Preis dafür umso höher. Da Strichcodes weder strahlen noch schwingen, scheinen diese Geräte überflüssig zu sein.

Strichcode unlesbar machen

korrekt unlesbar gemachter Barcode

Um Strichcodes wirklich unlesbar zu machen, muss der Kontrast zwischen hellen und dunklen Flächen auf der gesamten Höhe des Strichcodes gestört werden. Dies geht gerade nicht durch waagerechte Striche, sondern durch senkrechte Striche, die in der gleichen Richtung verlaufen, wie die Striche des Codes. Werden so mit einem dunklen Stift einige der weißen Striche vollständig übermalt, ist der Strichcode unscannbar. Soll der Code auch für Menschen unlesbar sein, muss auch die Zahl unter dem Code unleserlich gemacht werden.

Siehe auch

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