Offsetdruck

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Offsetdruck

Der Offsetdruck ist ein Flachdruckverfahren, mit dem heute rund zwei Drittel aller Druckerzeugnisse hergestellt werden. Es basiert auf dem chemischen Prinzip der Abstoßung von Fett und Wasser und unterscheidet so zwischen druckenden und nicht-druckenden Bereichen. Mögliche Bedruckungsstoffe des Offsetdrucks sind Papier, Pappe und Kunststoffe.

Wie und wann entstand der Offsetdruck?

Offsetdruck ist eine Weiterentwicklung der Lithografie, die 1796 von Alois Senefelder entwickelt wurde. Lithografie – auch Steindruck genannt – verwendete bereits chemisch behandelte Steinplatten, mit denen das Druckbild erzeugt wurde. Das Druckprinzip war damals bereits dasselbe. Da sich Steinplatten aber mit der Zeit als unpraktisch erwiesen, verwendete man bald Metallplatten für den direkten Flachdruck. Auch hier zeigte sich, dass harte Platten nicht für die Bedruckung von plastischen Gegenständen geeignet ist - Die Lösung: Ein zwischengeschaltenes Gummituch nimmt die Farbe der Druckplatte auf und überträgt sie auf das zu bedruckende Objekt – der Offsetdruck war erfunden. Die erste Druckmaschine, die Gummi als Überträger nutzte, wurde 1907 von der Firma C. G. Röder vorgestellt.

Wie funktioniert Offsetdruck?

Offsetdruckmaschinen arbeiten heute meist mit Druckzylindern, die an den nicht-druckenden Stellen mit Wasser und einigen chemischen Komponenten versehen werden. Es gilt das Prinzip der Abstoßung von Fett und Wasser. Kommt die Farbe auf den Druckzylinder, stößt das Wasser die lipophile (fettähnliche) Farbe ab und bleibt nur da haften, wo die Farbe auch erwünscht ist. Im nächsten Schritt treffen Druckzylinder und Gummizylinder aufeinander. Die Farbe wird spiegelverkehrt auf den Gummizylinder übertragen und kommt somit wieder seitenrichtig am Bedruckungsstoff an. Dieser wird mit einem Gegenpresszylinder am Gummizylinder vorbeigezogen, wobei zugleich das Druckbild generiert wird. Da die Druckplatte dabei nicht direkt mit dem Papier in Berührung kommt, wird sie nicht übermäßig abgenutzt und besitzt eine relativ hohe Lebensdauer. Mit dem Offsetdruck sind großformatige Drucke und die Darstellung von Sonderfarben kein Problem - Zwei weitere Gründe für die Verbreitung des Offsetdrucks.

Wie funktioniert wasserloser Offsetdruck?

Wie er Name schon sagt, wird beim wasserlosen Offsetdruck auf die Verwendung von Wasser verzichtet. Eine Silikonschicht ersetzt dessen Funktion und ermöglicht so die Unterscheidung zwischen druckenden und nicht-druckenden Bereichen. Der Verzicht auf Wasser bietet einige Vorteile für den wasserlosen Offsetdruck, denn es fallen chemische Komponenten weg, die zum großen Teil Schuld am Verschleiß der Maschine sind. Auch einem Aufquellen des Papiers wird so entgegengewirkt und der Farbverbrauch wird reguliert. Im Gegenzug sind Druckplatten für den wasserlosen Offsetdruck relativ teuer herzustellen und besonders kratzempfindlich. Außerdem können einige Farben nicht dargestellt werden, was die Gestaltung der Druckmotive teils einschränkt. Es gilt also immer abzuwägen, welches Prinzip besser geeignet ist.

Welchen Unterschied gibt es zwischen Bogen- und Rollenoffsetdruck?

Der Unterschied der beiden Varianten liegt in der Form des zu bedruckenden Stoffes. Beim Bogenoffsetdruck werden einzelne Bögen in die Maschine gelegt, weshalb sich der Bogenoffsetdruck eher für kleinere Auflagen eignet. Wer viel drucken möchte greift zum Rollenoffsetdruck. Hier wird auf tonnenschwere Papierrollen zurückgegriffen, die einen ständigen Wechsel des Mediums ersetzen. Der Rollenoffsetdruck eignet sich daher für besonders große Auflagen, wie Sie bei Zeitungen oder Magazinen benötigt werden.

Welche Merkmale besitzt der Offsetdruck?

Da es sich beim Offsetdruck um ein Flachdruckverfahren handelt, liegen druckende und nicht-druckende Elemente der Druckplatte auf einer Ebene. Es gibt keine Erhöhungen, die ein Relief in den Bedruckungsstoff drücken könnten – die sonst so charakteristischen Schattierungen des Hoch- und Tiefdrucks sind also nicht zu sehen. Auch die hohe Randschärfe der Druckergebnisse ist eindeutig für den Flachdruck – und damit heute für den Offsetdruck. Allerdings ist beim genauen Hinsehen ein Raster erkennbar. Treten darin Fehler auf – z. B. wenn kleine Rasterpunkte der Druckplatte im falschen Winkel stehen (Moiré-Effekt) – erkennt man dies mit Leichtigkeit. Je nach verwendeter Druckfarbe sind Motive des Offsetdrucks wasser- und wetterfest. Auch eine hohe UV-Beständigkeit zeichnet Offsetdruckbilder aus.

Die hohe Widerstandsfähigkeit des Druckbilds und die Schnelligkeit des Druckverfahrens sind wohl ausschlaggebend für die hohe Verbreitung des Offsetdrucks. Auch bedruckbare Stoffe sind vielfältig und begünstigen so dessen Einsatz. Da trotzdem ein gewisser Anpressdruck benötigt wird, eignet sich das Verfahren nicht für die Bedruckung plastischer und Zerbrechlicher Gegenstände. Auch Trocknungszeiten und hohe Einrichtungskosten müssen eingerechnet werden, weshalb sich die Verwendung des Offsetdrucks erst für sehr hohe Auflagen lohnt.


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