Hochdruck

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Das Hochdruckverfahren ist das älteste Druckverfahren, dessen Verbreitung in Europa größtenteils auf Johannes Gutenberg zurückzuführen ist. Um ein Druckbild zu erstellen, werden Druckformen mit Erhebungen verwendet. Diese sogenannten Stege werden mit Farbe bestrichen und zu Papier gebracht – und ergeben so letztendlich das Druckbild. Der Hochdruck wird meist für die Bedruckung von Papier und Pappe verwendet.

Wann entstand der Hochdruck

Als ältestes Druckverfahren reicht die Verwendung des Hochdrucks bis auf das 4. Jahrhundert zurück. Damals, als man damit begann Stempel zu gravieren und diese dann auf weichen Ton zu übertragen, fand auch das Prinzip des Hochdrucks seine Anfänge. Dieser entstandene Stempeldruck fand in verschiedensten Kulturen Verwendung: bereits Sumerer, Chinesen und Ägypter nutzten den Stempeldruck zur direkten Übertragung eines Druckbilds.

In Europa wird der Stempeldruck seit dem 8. Jahrhundert und zur Vervielfältigung von einzelnen Texten und Bildern verwendet. Revolutioniert wurde das Hochdruckverfahren aber erst im 15. Jahrhundert: Johannes Gutenberg entwickelte aus dem Stempeldruck mit festen Druckformen den Buchdruck mit beweglichen Lettern. Nun konnte man Texte frei zusammenstellen und musste nicht für jedes Motiv eine eigene Druckform schaffen.

Dies löste eine Medienrevolution aus und begründete damit die erste Massenproduktion von Büchern. Trotz fehlenden technischen Neuerungen bis ins 18. Jahrhundert wurde der Hochdruck bis in die 1970er Jahre für die Herstellung von Büchern verwendet. Heute findet das relativ kostspielige Druckverfahren nur noch in wenigen Bereichen Verwendung.

Wie funktioniert Hochdruck?

Das Hochdruckverfahren funktioniert grundsätzlich wie ein Stempel: Es wird eine Druckform mit Erhebungen (Stegen) verwendet, die das Druckbild abbilden. Diese Stege werden gleichmäßig mit Farbe bestrichen und auf den Bedruckungsstoff gedrückt. Die Farbe bleibt haften und ergibt das gewünschte Druckbild. Es handelt sich dabei um ein mechanisches Druckverfahren, daher muss die Druckform bei Übertragung der Farbe auf das Papier gepresst werden.

Da es sich beim Hochdruck um ein direktes Druckbild handelt, muss das gewünschte Druckbild spiegelverkehrt auf die Druckform gebracht werden um auf dem Papier seitenrichtig dargestellt zu werden. Einzig beim Letterset werden Druckbilder so abgedruckt, wie sie auch auf der Druckform zu sehen sind.

Druckformen gibt es heute in verschiedensten Ausführungen für den Flach- und Rotationsdruck. Auch elastische Formen werden verwendet und finden im sogenannten Flexodruck Anwendung. Je nach Material und Oberflächenbeschaffenheit erhält man dabei verschiedene Druckqualitäten, da die Farbaufnahme der Druckform stark vom verwendeten Material abhängt.

Merkmale des Hochdrucks

Alle Druckbilder, die mit Hochdruck oder einem verwandten Druckverfahren erstellt wurden, besitzen sogenannte Quetschränder am Rand einzelner Buchstaben oder Linien. Man sieht, dass die Druckfarbe aufgrund des Drucks leicht verläuft. Diese Quetschränder haben aber nur sehr wenig Einfluss auf die Druckqualität – mit dem Hochdruckverfahren werden trotzdem sehr scharfe Aufdrucke erzielt.

Weiter erkennt man auf der Rückseite des Papiers kleine Reliefs – Abdrücke der Druckform, die durch den angewandten Anpressdruck entstehen. In der Fachsprache werden diese Schattierungen genannt. Sie sind charakteristisch für das Hochdruckverfahren.

Zwar hat der Hochdruck vor 500 Jahren den Buchdruck revolutioniert und einen großen Teil zur Entwicklung anderer Druckverfahren beigetragen – verwendet wird das Verfahren heute aber kaum noch. Grund hierfür ist die kostenintensive Herstellung der Druckformen, weshalb man heute auf den Offsetdruck oder den Digitaldruck ausweicht. Verwendung findet das Hochdruckverfahren heute noch in der Kunst und im Formulardruck, da in beiden Bereichen die einmalige Herstellung der Druckform ausreichend ist.


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