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Klebstoff

Aus Etikettenwissen

Version vom 6. August 2018, 12:55 Uhr von Tine0403 (Diskussion | Beiträge)
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Der Klebstoff eines Etiketts ist Teil des Haftverbunds und wird auf der Rückseite des Obermaterials angebracht. Die aufgetragene Klebstoffschicht sorgt dafür, dass aus einem einfachen Stück Papier oder Folie ein selbstklebendes Etikett wird, wie wir es per Definition kennen.

Welche Klebstoffarten gibt es?

Es gibt verschiedene Stoff-Basen, auf denen ein Klebstoffgemisch aufgebaut werden kann und ebenso gibt es auch zahlreiche Klebstoffe, die in verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommen.

- Acrylate

- Elastomere

- Kautschuk

- Polyurethane

- Silikone

Für die Verwendung als Etikettenklebstoff haben sich aber hauptsächlich zwei Substanzen durchgesetzt: Acryl und Kautschuk.

Acryl als Klebstoffbasis

Acryl ist ein Sammelbegriff für verschiedene Substanzen, die sich einen bestimmten chemischen Aufbau teilen. Acrylklebstoff zeichnet sich vor allem durch seine starken Klebe-Eigenschaften und die Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen aus. Zu verdanken haben wir dies dem chemischen Aufbau des Acrylklebstoffs, der den einzelnen Molekülen viele Berührungspunkte bietet – So ist Klebstoff auf Acrylbasis meistens eher fest und eignet sich damit für die Verklebung auf sehr glatten Oberflächen. Auf rauen Oberflächen ist der Einsatz eines Acrylklebers aber nicht zu empfehlen – das Gemisch ist schlicht zu hart für den unebenen Untergrund und der Klebstoff erreicht nicht genug Fläche um seine volle Klebkraft zu entwickeln.

- Gute UV-beständigkeit

- Gute Beständigkeit gegenüber hohen Temperaturen

- Geringe Anfangshaftung

- Hohe Klebkraft

Kautschuk als Klebstoffbasis

Kautschuk an sich ist ein Naturprodukt, das aus der Milch des Kautschukbaumes gewonnen wird. In Verbindung mit Harzen wird daraus ein sehr flexibler und zähflüssiger Klebstoff, der nicht nur für Etiketten verwendet wird. In Sachen Klebkraft können die meisten Kautschuk-Gemische nicht mit Acrylatklebstoffen mithalten – dafür bietet die große Flexibilität für viele Anwendungen einen Vorteil. Besonders bei der Verklebung auf rauen und unebenen Oberflächen, dringt der leicht flüssige Klebstoff in die obersten Schichten der Oberfläche und findet somit die nötige Fläche, um sicher darauf zu haften. Für glatte Oberflächen ist allerdings genau diese Eigenschaft wieder ein Nachteil: Hier kann es sein, dass der Klebstoff zerläuft und somit unschöne Klebstoffflecken an den Rändern des Etiketts zurücklässt.

- Gute Beständigkeit gegenüber niedrigen Temperaturen

- Hohe anfangshaftung

Klebstoff 1.jpg

Klebstoff 2.jpg

Gibt es auch Mischformen?

Die große Vielfalt von Untergründen und Anwendungen benötigt ebenso viele verschiedene Klebstoffe, die mit reinem Kautschuk und Reinacrylat nicht abgedeckt werden könnten. Es gibt zahlreiche Klebstoffmischungen auf Acryl- oder Kautschukbasis, denen Stabilisatoren und andere chemische Bestandteile hinzugefügt werden. Zwar kann damit aus Acrylklebstoff keine Alternative für raue Oberflächen gemacht werden – sie geben den beiden Ausgangsklebstoffen aber mehr Spielraum und passen die einzelnen Extreme an verschiedene Untergründe und Einflüsse an.

Welchen Einfluss hat die Temperatur auf einen Klebstoff?

Temperatur ist ein großer Einflussfaktor, wenn es um das Thema Klebstoff geht. Jeder Klebstoff haftet nur in einem bestimmten Temperaturbereich und büßt seine Klebkraft ein, wenn diese Temperaturen über- oder unterschritten werden. Extreme Hitze kann einen Klebstoff beispielsweise verflüssigen, was zum Verlust der Klebkraft führen kann. Kälte hingegen hat den exakt gegenteiligen Effekt und verhärtet einen Klebstoff, bis er spröde wird. Acryl ist dabei eher für höhere Temperaturbereiche geeignet. Der harte Acrylanteil eines Acrylatklebstoffs kann nicht so einfach geschmolzen werden – kann dafür aber relativ schnell spröde werden und seine Klebkraft durch Brechen verlieren.

Kautschuk eignet sich dagegen bis zu einem gewissen Grad für niedrige Temperaturbereiche. Das weiche Material kann bei Hitze relativ schnell verflüssigt werden – verhärtet aber dafür nicht so schnell wie das Pendant aus Acryl.

Welchen Einfluss hat die Verklebetemperatur auf meinen Klebstoff?

Neben dem möglichen Temperaturbereich besitzt jeder Klebstoff auch immer eine Einschränkung, was die Temperatur bei der Verklebung angeht. Meist ist dies eine Mindesttemperatur, was heißt, dass es für das Verkleben nicht kälter sein darf, damit sich die volle Klebkraft entfaltet.

Was hat es mit der Anfangshaftung eines Etiketts auf sich?

Egal ob Acryl oder Kautschuk: Jeder Klebstoff benötigt nach dem Verkleben eine gewisse Zeit um seine volle Klebkraft zu entfalten. Diese kann sich über mehrere Stunden erstrecken, kann aber bei bestimmten Klebstoffen auch einen ganzen Tag in Anspruch nehmen.

Ein Beispiel hierfür ist Klebstoff aus Acryl. Acrylate entwickeln ihre starke Klebkraft erst über die Zeit hinweg und müssen mindestens 24 Stunden lang haften um ihr volles Potenzial zu erreichen. Kautschuk benötigt nicht so viel Zeit und haftet nach ein paar Stunden bereits komplett – dafür kann die Klebkraft eines Kautschuk-Leims nicht mehr einem Acrylklebers mithalten.