Die 10 wichtigsten Fragen zum richtigen Etikett

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Mit diesen zehn Fragen finden Sie das richtige Etikett für ihren Einsatzzweck.

Wo sollen die Etiketten eingesetzt werden?

  • innen
  • außen

Darum ist es wichtig zu wissen, ob ein Etikett innen oder außen eingesetzt wird:

Vor Nässe schützen

Etiketten für die Außenanwendung sind der Witterung ausgesetzt, der sie widerstehen müssen. Je nach Anforderung müssen Obermaterial und Druck lichtecht und beständig gegen Regenwasser und andere Umwelteinflüsse sein. Auch der Haftklebstoff darf seine spezifizierten Eigenschaften nicht verändern.
Bei der Innenanwendung entfallen viele der genannten Einflußfaktoren oder wirken nur in sehr abgeschwächter Form. Das Etikett muss keine hohen Echtheitsanforderungen erfüllen, es kann in vielen Fällen dadurch deutlich preiswerter sein.

Sollen die Etiketten nach dem Aufkleben ablösbar sein?

  • permanent haften
  • jederzeit wieder ablösbar sein
  • noch nach einigen Tagen wieder ablösbar sein
  • noch nach Monaten wieder ablösbar sein

Das bedeutet es, wenn ein Haftklebstoff permanent klebt oder wenn er wieder ablösbar ist:

Die Eigenschaften von Haftklebstoffen sind in DIN 30646 (3.1992) - Selbstklebende Schilder: Technische Lieferbedingungen für Schilder aus Kunststofffolie, Aluminiumfolie und Papier festgelegt. Mangels anderer Standards sind die Festlegungen der DIN 30646 auch für Etiketten anwendbar. Die Norm unterscheidet zwischen folgenden Haftklebstoffarten:

Permanent haftender Klebstoff

Etiketten dürfen bei einer vereinbarten Klebkraftstufe nicht rückstandsfrei und unzerstört entfernt werden können.

Ablösbarer Klebstoff

Etiketten mit diesem Klebstoff müssen eine unverrückbare und dauerhafte Verbindung mit dem Untergrund eingehen, müssen sich jedoch innerhalb einer Klebedauer von 2 Jahren rückstandsfrei und ohne Zerstörung des Untergrundes von diesem entfernen lassen. Allerdings muss der Untergrund für diesen Klebstoff ausreichend geeignet sein.

Niedrigtemperatur-Klebstoff

Mit diesem Klebstoff ausgerüstete Etiketten müssen sich bei Luft- und Untergrundtemperaturen unter 4°C verkleben lassen. (Die normale Anforderung liegt bei einer Mindestverklebetemperatur von +10 °C)

Sonder-Klebstoff

Diese Etiketten müssen sich auf rauen und/oder apolaren Flächen (Flächen mit niedriger Oberflächenspannung) verkleben lassen.

Worauf sollen die Etiketten geklebt werden?

  • sehr glatte Flächen (z.B. Glas, glänzendes Metall)
  • raue Flächen (z.B. Mattglas, Papier, Wellpappe, Keramik)
  • grob strukturierte Flächen (z.B. Textilgewebe, Spanplatten, Holz, Hammerschlaglack, Strukturglas)

Darum ist es wichtig zu wissen, welche Oberflächen mit Etiketten beklebt werden:

Etiketten können nur dann richtig haften, wenn ihr Haftklebstoff möglichst lückenlos die Klebefläche berührt. Ist die Klebefläche sehr glatt, dann ist diese Anforderung leicht erfüllt. Ist die Klebefläche dagegen rau oder grob strukturiert, dann berührt das Etikett nur an den Rauhigkeitsspitzen die Klebefläche und die Haftkraft ist entsprechend gering.
Da Haftklebstoffe die Eigenschaft haben, unter Druck zu fließen, muss bei solchen Oberflächen der Anpressdruck erhöht werden, damit der Haftklebstoff in die Rauhigkeitstäler einfließen kann. Das kräftigere Anpressen nützt aber nur dann etwas, wenn der Klebstofffilm so dick ist, dass er bis zum Boden der Täler vordringen kann. Bei rauen und grob strukturierten Oberflächen muss man deshalb zu Etiketten mit höherem Klebstoffauftrag als im Standardfall greifen.
Bei glatten Oberflächen kann somit der Klebstofffilm des Etiketts dünn sein, bei rauen oder grob strukturierten Oberflächen sollte der Klebstofffilm dicker sein.
Ein weiterer Einflussfaktor ist das physikalische Merkmal einer Oberfläche. Hier werden hochenergetische und niederenergetische Flächen unterschieden. Erstere sind einfach zu beklebende Oberflächen und lassen sich gut mit Wasser benetzen. Letztere sind schwierig und oft nur mit speziellen Haftklebstoffen zu bekleben und lassen sich nicht mit Wasser benetzen.

Wie ist die Form der Fläche?

runde Fläche mit Etikett
  • eben
  • leicht gekrümmt (Krümmungsradius > 150 mm)
  • stärker gekrümmt (Krümmungsradius > 50 mm)
  • sehr stark gekrümmt (Krümmungsradius wie Reagenzglas)

Darum ist es wichtig zu wissen, ob ebene oder gekrümmte Flächen beklebt werden sollen:

Haftklebstoffe verhalten sich wie sehr zähe Flüssigkeiten. Je gekrümmter der Gegenstand ist, auf dem das Etikett klebt, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Etikett auf Dauer verrutscht (kriecht). Im Falle sehr kleiner Krümmungsradien - beispielsweise beim Etikettieren von Reagenzgläsern - müssen deshalb Spezialetiketten mit biegeweichem Obermaterial und besonders kriech-beständigem Haftklebstoff gewählt werden.

Wie ist die Temperatur der Fläche?

Etikett auf heißer Oberfläche
  • wie die Etiketten auf Normaltemperatur (18 bis 25°C)
  • kälter als die Etiketten und zwar zwischen 18°C und 5°C
  • sehr viel kälter als die Etiketten und zwar unter 5°C
  • oder im tiefgefrorenem Zustand (<-20°C)

Darum ist die Umgebungstemperatur wichtig:

Haftklebstoffe sind thermoplastische Werkstoffe, d.h. in der Wärme sind sie weich oder sogar fließfähig und in der Kälte hornartig und spröde. Die Klebstoffauswahl sollte also nach dem zu erwartenden Temperatur-Umfeld ausgewählt werden.

Sind die Flächen behaftet mit ...?

  • Kondenswasser- oder Wasserdampf-Film
  • Gleitmittel, Silikon oder ähnlichen Stoffen
  • anderen Stoffen
  • nichts, sie sind sauber und trocken

Diesen Einfluss haben Anhaftungen an der zu beklebenden Oberfläche:

Oberflächen sollten staubfrei und sauber sein, denn Klebstoffe kleben auf der ersten Schicht einer Oberfläche. Ist die zu beklebende Oberfläche mit Staub bedeckt, dann klebt das Etikett auf Staub und hält natürlich nicht. Auch andere Anhaftungen können die Haftkraft des Etiketts verringern. Kondenswasser auf kalten Oberflächen gehört dazu, Ölfilme und anderes. Die Grundregel sollte stets lauten: Zu beklebende Oberflächen müssen trocken, sauber und frei von störenden Anhaftungen sein!

Gibt es Unebenheiten?

Etiketten um die Ecke
  • um Ecken herum
  • über Falze und Erhebungen
  • über Vertiefungen, Ritzen und Löcher

Darum sollte bekannt sein, was beklebt werden soll:

Liegen Ritzen, Löcher und Vertiefungen vor, die vom Etikett überdeckt werden sollen, müssen ggf. besondere Anforderungen hinsichtlich Festigkeit und Durchdrückbarkeit berücksichtigt werden.

Müssen die etikettierten Gegenstände besonders beständig sein?

  • temperaturbeständig sein (falls ja, Temperaturbereich angeben)
  • beständig gegen Flüssigkeiten sein (falls ja, bitte Stoffe nennen)
  • sonstige besondere Anforderungen erfüllen (falls ja, bitte spezifizieren)

Darum ist es wichtig zu wissen, ob ungewöhnliche Einflüsse auf das Etikett einwirken:

Ungewöhnliche Einflüsse können schon unerwartet niedrige oder hohe Temperaturen sein. Etiketten, die bestimmungsgemäß längere Zeit hohen Temperaturen ausgesetzt werden, müssen mit speziellen, dafür geeigneten Haftklebstoffen ausgestattet werden.
Zu den ungewöhnlichen Einflüssen zählen aber auch der Kontakt mit Lösemitteln, Säuren, Basen, Ölen, Benzinen, sowie energiereiche Strahlung wie UV, die nicht nur die Eigenschaften des Haftklebstoffs verändern können, sondern auch das Obermaterial und den dort aufgebrachten Druck. Die möglicherweise notwendigen Echtheiten und Beständigkeiten können in aller Regel nicht mit Standardetiketten, sondern nur mit Spezialetiketten gewährleistet werden.

Können die etikettierten Gegenstände durch Klebstoffe beschädigt werden?

  • durch Inhaltsstoffe der Klebstoffe angegriffen oder beschädigt werden
  • Weichmacher enthalten, die das Etikett angreifen oder beschädigen

Können Etiketten etikettierte Gegenstände beschädigen?

Diese Möglichkeit besteht durchaus. Manche Haftklebstoffe enthalten Weichmacher oder Lösemittel, die unter bestimmten Bedingungen in den beklebten Gegenstand migrieren und dort Veränderungen der Farbe oder der Materialfestigkeit auslösen können. Vorsicht also, wenn weichmacher-empfindliche Gegenstände beklebt werden müssen. Bekanntes Beispiel sind von Etiketten ausgelöste Farbveränderungen auf Lederartikeln.

Wie sollen die Etiketten gespendet werden?

Etikettenspender
  • von Hand gespendet
  • automatisch gespendet

Darum ist es wichtig zu wissen, wie Etiketten gespendet werden: Während das manuelle Spenden von Etiketten meist unproblematisch ist und es keiner besonderen technischen Ausrüstung der Etiketten bedarf, sind beim automatischen Spenden zusätzliche technische Anforderungen zu erfüllen.

Bei vielen Etikettenspendemaschinen wird die Lage der Etiketten auf dem Silikonpapier mit Lichtschranken detektiert. Das Silikonpapier muss die richtige Transparenz aufweisen, ansonsten arbeitet das System nicht korrekt. Die Trennkraft muss korrekt sein, da sie sehr stark von der Abzugsgeschwindigkeit des Etiketts abhängen kann.

Siehe auch

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