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Druckqualität im Thermodruck

Aus Etikettenwissen

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Die Druckqualität eines Thermoetiketts gibt an, wie konturenscharf und flächendeckend der Aufdruck darauf ist. Besonders für kleine Texte, feine Grafiken und Barcodes ist die Druckqualität ein wichtiger Faktor, der von mehreren Einflüssen abhängt.

Warum ist die Druckqualität so wichtig?

Gerade im industriellen Bereich, wo Barcodes und kleine Aufdrucke unabdingbar für die Vermittlung wichtiger Informationen sind, sind eine hohe Druckqualität und die damit einhergehende Lesbarkeit von großer Bedeutung. Von der Lesbarkeit eines Barcodes kann beispielsweise ein gesamter automatisierter Produktionsablauf oder die Zuordnung einer bestimmten Lagerware abhängen. So können kleine Qualitätsverluste beim Aufdruck bereits manuellen Handlungsbedarf bedeuten und damit wertvolle Zeit kosten.

Die beiden gängigsten Druckverfahren der industriellen Kennzeichnung sind der Thermotransfer- und Thermodirektdruck. Beide bieten ihre ganz eigenen Vorteile für die Industrie, müssen aber gleichermaßen den hohen Qualitätsanforderungen der Branche gerecht werden.

Wovon ist die Druckqualität eines Etiketts abhängig?

Die Qualität eines Aufdrucks ist von mehreren Einflussfaktoren abhängig:

  • DPI-Anzahl
  • Zustand des Druckkopfs
  • Eingesetzte Drucktemperatur und gewähltes Farbband
  • Verwendete Druckgeschwindigkeit
  • Verwendetes Etikettenmaterial

DPI-Anzahl

Beim Thermodruck ist der Druckkopf eines der wichtigsten Bauteile eines Druckers. Er gibt die erzeugte Hitze durch zahlreiche, winzige Heizelemente an das verwendete Farbband oder das thermosensible Etikettenmaterial weiter und erzeugt so den gewünschten Aufdruck auf Ihren Etiketten. Kein Wunder also, dass dem Druckkopf in Sachen Druckqualität eine große Rolle zukommt.

Das beginnt bereits bei der Auswahl des richtigen Druckkopfs: Jeder Druckkopf bringt eine bestimmte DPI-Anzahl mit. Der Begriff DPI kommt dabei aus dem Englischen und bedeutet „Dots per Inch“ – also wie viele Heizelemente auf einem Zoll des Druckkopfes zu finden sind. Je höher die DPI-Anzahl, desto mehr Heizelemente finden sich auf der Oberfläche des Druckkopfs. Dementsprechend kleiner sind die Abstände zwischen einzelnen Dots, was ein genaueres Druckbild ermöglicht. Je mehr DPI, desto höher ist die Druckqualität im Thermodruck also.

Zustand des Druckkopfs

Mit der Zeit kann aber auch ein Druckkopf mit hoher DPI-Anzahl schlechtere Druckergebnisse vorweisen. Grund hierfür können beispielsweise kleine Verschmutzungen an der Unterseite des Druckkopfs sein, die dafür sorgen, dass die Hitze an manchen Stellen nicht richtig übertragen wird. Hier ist die regelmäßige Wartung und Pflege des Druckkopfes die erste Maßnahme, die dagegen ergriffen werden kann.

Hilft auch die Reinigung des Druckers nicht mehr, kann es sein, dass einzelne Heizelemente defekt sind und schlicht keine Hitze mehr erzeugen. Ist dies der Fall, sollten Sie den Druckkopf austauschen um zukünftig wieder die gewohnte Druckqualität zu erhalten.

Heizenergie und Drucktemperatur

Die Heizenergie gibt an, wie viel Energie dem Druckkopf für die Hitzeentwicklung zur Verfügung gestellt wird und ist damit ein Indikator für die erreichte Drucktemperatur.

Temperatur im Thermotransferverfahren

Im Thermotransferverfahren ist die gewählte Temperatur eine grundsätzliche Frage, die sich aus der Wahl Ihres Farbbands ergibt. Ein einfaches Wachs-Farbband benötigt beispielsweise nur geringe Hitze um die Farbe an das Etikett abzugeben. Für ein Harzfarbband werden dagegen hohe Temperaturen benötigt. Passt die zugeführte Heizenergie also nicht zur gewünschten Farbband-Qualität kann sich hier schon ein Grund für schlechte Druckqualitäten verstecken.

Haben Sie den richtigen Temperaturbereich für Ihre Folien-Qualität gefunden und bekommen trotzdem noch nicht die konturenscharfen Aufdrucke, die Sie benötigen, lohnt sich hier die Feinjustierung: Je höher die Drucktemperatur, desto besser wird die Flächendeckung Ihres Aufdruckes – Der Druck von Texten aber leider nicht. Bei niedriger Hitzezufuhr ist der Textdruck dafür wesentlich besser, die Aufdrucke sind aber nicht mehr so flächendeckend.

Sie sollten also mehrere Abstufungen innerhalb des Temperaturbereichs Ihres Farbbands ausprobieren, um den optimalen Mittelweg für Ihren individuellen Aufdruck zu finden.

Temperatur im Thermodirektverfahren

Die Druckqualität eines Thermodirektetiketts ist nicht so stark von der Temperatur abhängig. Das Material verfärbt sich selbst, weshalb es keine Temperatur-Bereiche gibt, auf die Sie achten müssten. Aber auch hier gilt: Je höher die Drucktemperatur, desto besser können Sie durchgängige Flächen drucken. Je niedriger, desto besser kommen Texte zur Geltung. Auch hier müssen Sie einen Kompromiss zwischen beidem eingehen und die richtige Temperatur erst erproben.

Druckgeschwindigkeit

Die Druckgeschwindigkeit beschreibt, wie schnell das Etikettenmaterial von der Druckwalze am Druckkopf vorbeigezogen wird. Meist wird sie in Millimetern pro Sekunden angegeben und variiert stark zwischen verschiedenen Etikettendruckern.

Der Geschwindigkeit der Druckwalze ist dabei kaum eine Grenze gesetzt. Das Etikettenmaterial könnte problemlos schneller bewegt werden, als es die Standards der Branche angeben – Die maximale Geschwindigkeit wird aber auch hier wieder vom Druckkopf beeinflusst.

Die einzelnen Heizelemente müssen sich für den Thermotransferdruck sehr schnell erhitzen und abkühlen, um bedruckte sowie unbedruckte Stellen wie gewollt zu erreichen. Jedes Heizelement besitzt aber eine gewisse thermische Trägheit. Es benötigt also eine bestimmte Zeit zum Aufwärmen und zum Abkühlen, die in die Druckgeschwindigkeit kalkuliert werden muss.

Arbeitet der Drucker zu schnell für den Druckkopf, haben die Dots nicht die nötige Zeit zum Abkühlen und schmelzen auch an den nicht gewollten Stellen noch geringe Mengen Farbe auf das Etikett. Das Ergebnis sind leicht ausgefranste Druckergebnisse, die deutlich an Konturenschärfe einbüßen. Hier können Sie entweder Ihre Druckgeschwindigkeit anpassen oder es mit einer anderen Druckrichtung probieren – Auch dies kann die Lesbarkeitsprobleme in einigen Fällen schon lösen.

Das Etikettenmaterial

Alle Einflussfaktoren auf die erreichte Druckqualität waren bisher vom Drucker selbst abhängig – aber auch das verwendete Verbrauchsmaterial hat einen gewissen Einfluss auf die Qualität Ihrer Aufdrucke.

Papier beispielsweise ist ein sehr rauer Werkstoff, der selbst mit verschiedenen Top-Coats nicht komplett geglättet werden kann. Die raue Oberfläche sorgt dafür, dass aufgetragene Druckfarbe immer etwas zerläuft, bevor sie trocknet. Das schließt Papier aber noch für keine Anwendung aus – Auch ein Barcode auf einem Papieretikett kann problemlos erfasst werden, selbst wenn er nicht hundertprozentig scharf ist. Die sollten allerdings auf Nummer Sicher gehen und testen, wie klein Ihre Aufdrucke sein können, ohne dass die Lesbarkeit beeinträchtigt wird.

Bei Folienetiketten haben Sie dieses Problem nicht. Folienmaterialien sind prinzipiell glatt und bieten damit beste Voraussetzungen für besonders hochwertige Druckergebnisse. In Verbindung mit dem richtigen Farbband und der passenden Drucktemperatur, können Sie hier selbst kleinste Aufdrucke realisieren.