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Siebdruck

Aus Etikettenwissen

Version vom 11. April 2013, 12:53 Uhr von Anne (Diskussion | Beiträge) (Anstatt Flachbett-Siebdruck wurde Falchbett-Siebdruck geschrieben)

Definition Siebdruck

Im Siebdruckvorgang wird die Druckfarbe mittels einer Druckrakel durch die farbdurchlässigen Teile der Siebdruckform auf den Bedruckstoff aufgebracht.

Siebdrucker an einem 3/4-Automat

Ausführungen

Der Siebdruck lässt sich in wie folgt in verschiedene Arten von Siebdruckverfahren aufteilen:

  • Flachbett-Siebdruck – das Sieb bzw. die Siebdruckform und der Bedruckstoff sind flach. Dieser Druck kann mit Handdrucktischen (für kleine Auflagen geeigent) in unterschiedlichen Bauarten oder mit Maschinen verschiedener Mechanisierungsstufen ausgeführt werden.

Man unterscheidet hier in Halbautomat, ¾-Automat und Vollautomat.

Halbautomat: Hier wird manuell der Bedruckstoff angelegt und wieder entnommen. Der Druckprozess an sich geschieht automatisch. Druckgeschwindigkeit: ca. 200 Stück/Stunde

¾-Automat: Der Bedruckstoff wird manuell angelegt. Das Drucken und Abnehmen des Bedruckstoffes geschieht automatisch. Druckgeschwindigkeit: ca. 300 Stück/Stunde

Vollautomat: Anlegen, Drucken, Abnehmen des Bedruckstoffes erfolgt komplett automatisiert. Nachteil: Das Einrüsten der Maschine dauert länger als bei den anderen Verfahren. Vorteil Druckgeschwindigkeit: ca. 500 Stück/Stunde. D.h. wenn sehr große Stückzahlen gefertigt werden, lohnt sich auch das lange Einrüsten der Maschine.

  • Rund- oder Körpersiebdruck – die Siebdruckform, die das Motiv auf den Bedruckstoff bringt entspricht der Geometrie des Bedruckstoffes. Mit diesem Verfahren werden Massiv- oder Hohlkörper bedruckt.
  • Flachform-Zylindersiebdruck – die Siebdruckform ist flach. Der flexible, bogenförmige Bedruckstoff wird über einen Druckzylinder unterhalb der Druckform fortbewegt.
  • Rotations-Siebdruck – der Bedruckstoff ist flach, die Druckform ist als Hülse oder Zylinder ausgebildet. In diesem Verfahren werden Stoffbahnen (z.B. Fahnen), Papier- und Kunststoffbahnen (Tapeten, Etiketten), keramische Wand- und Bodenfliesen bedruckt.

Einsatzgebiete des Siebdrucks

Die Einsatzgebiete des Siebdrucks sind nahezu grenzenlos. Die weiteste Verbreitung findet der Siebdruck in der Industrie und im Handwerk.

Arbeitsplatz in der Druckvorstufe
Beschichtung des Siebes
Belichtetes Sieb
Drucker prüft Details nach Siebbelichtung
  • Druckereigewerbe

Im Druckereigewerbe sind Papier, Karton, Pappe, Kunststoffe, Selbstklebefolien die vorherrschenden Bedruckstoffe. Gefertigt werden Plakate, Schilder, Werbeaufkleber, Displays, Haftetiketten, Bucheinbände, etc. Für die diversen Bedruckstoffe und Anforderungen an das Endprodukt steht im Siebdruck eine breite Palette an Farben zur Verfügung. Vor allem wenn es darum geht Spezialfarbtöne zu drucken, ist kein anderes Druckverfahren so flexibel wie der Siebdruck. Gedruckt wird mit UV-Farben, Lösemittelfarben, wasserbasierenden Farben.

UV-Farben - Vorteile: schnelles Drucken, sehr kleine Texte druckbar, da die Farbe nicht eintrocknet, der Druck ist resistent gegen Lösemittel, Druck kann mit UV-Lacken veredelt werden.

Lösemittelfarben – Vorteile: es stehen mehr Farbtöne zur Verfügung, es gibt mehr Spezialitäten (z.B. leitende Silberpaste zum Herstellen von RFID), es stehen viele Veredelungstechniken zur Verfügung.

Wasserbasierende Farben – Vorteile: umweltfreundlich, lebensmitteltauglich

  • Elektroindustrie – Der Druck von Leiterplatten
  • Glasindustrie – Das Bedrucken von Flach- oder Hohlglas: Glasschilder, Dekorationsspiegel, Gläser in Haushaltgeräten und Flaschen
  • Porzellan- und Keramikindustrie – Dekorationsdruck auf Porzellan und Keramik
  • Möbelindustrie – Schmuckornamente, Zierlinien, Holzimitationen auf Gebrauchs- und Dekorationsmöbel
  • Freizeit- und Sportindustrie: Das Bedrucken sämtlicher Sportarikel wie Snowboards, Surfbretter, Fahrräder
  • Metallindustrie

Ablauf von der Datei bis zum Endprodukt

Druckvorstufe
Am Anfang steht die Druckvorstufe. Sie umfasst alle vorbereitenden Arbeitsschritte vor dem Druck. Dazu gehören Layout, Reinzeichnung, Herstellung der Text- und Bildvorlagen, Anfertigung der Kopiervorlagen, den Andruck und die Druckformherstellung.

Siebbeschichtung
Vorbereitend zum Druck wird das Sieb beschichtet. Eine Emulsion wird auf das Sieb gebracht. Dies kann manuell oder maschinell mit einer Siebbeschichtungsanlage erfolgen. Wichtig ist eine gleichmäßige Beschichtung, damit anschließend die Druckfarbe gleichmäßig auf den Bedruckstoff gebracht wird. Die Druckdatei wird im nächsten Schritt auf das Sieb gebracht. Das geschieht mittels einem computergesteuertem Sprühkopf, der ein Wachs/Tinte-Gemisch auf das Sieb bringt. Eine Alternative dazu ist, das Sieb mit einem Film und UV-Licht zu belichten. Dieser Weg ist vor allem bei kleinen Druckmotiven üblich.

Trocknung
Als nächstes muss das Sieb einen Tag trocknen. Die Emulsion härtet aus und wird wasserundurchlässig. Das schwarze Wachs/Tinte-Gemisch bleibt wasserlöslich und ermöglicht, dass Farbe durch das Sieb ab den Bedruckstoff kommt und somit das Motiv erzeugt.

Druckvorgang
Im Druckvorgang wird die Siebdruckfarbe mit einer Druckrakel durch die farbdurchlässigen Teile des Siebes auf den, unter der Druckform liegenden , Bedruckstoff gebracht.

Etiketten-Arten aus dem Siebdruck

  • Werbeaufkleber
  • Produktkennzeichnung
  • Etiketten mit besonderer Veredelung durch Lacke
  • Nachleuchtende Sicherheitsetiketten
  • Thermosensitive Etiketten