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EU 2016/2235

Aus Etikettenwissen

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Die EU-Richtlinie 2016/2235 wurde von der europäischen REACH-Kommission verabschiedet und trat am 01.01.2017 in Kraft. Die Regelung verbietet den Einsatz des Schadstoffes Bisphenol A in Thermopapieren und soll Verbraucher vor den von BPA ausgehenden Gesundheitsrisiken schützen.

Was besagt die Richtlinie EU 2016/2235?

Die EU 2016/2235 regelt seit Anfang 2017 die Herstellung von Thermopapieren und besagt, dass thermosensible Papiere ab 2020 höchstens 0,02% Bisphenol A enthalten dürfen. In der Produktion von Thermodirektpapieren bedeutet dies, dass der Anteil aus verwendetem Recyclingpapier in Ordnung ist – zusätzliches BPA darf aber nicht mehr hinzugefügt werden. Der geringe Grenzwert kommt also praktisch einem Verbot gleich und soll den Schadstoff BPA langfristig komplett aus Thermopapier verbannen.

Was ist Bisphenol A?

Bisphenol A – oder auch BPA – ist ein Schadstoff, dessen hormonähnliche Wirkung starken Einfluss auf die Gesundheit und Entwicklung eines Menschen haben kann. Verschiedene Studien bringen BPA mit Entwicklungsstörungen, Herz-Kreislauf-Störungen, Diabetes und Leberproblemen in Verbindung, weshalb er 2016 auf die Liste der besonders besorgniserregenden Substanzen der europäischen REACH-Kommission gesetzt wurde.

Wo kommt BPA vor?

Da BPA vor allem als Hilfsstoff in der Kunststoffherstellung zum Einsatz kommt, findet man die Substanz in nahezu jedem Lebensbereich: In Trinkflaschen, Plastikgeschirr, Lebensmittelverpackungen und vielen anderen Kunststoffprodukten sowie in der Innenbeschichtung von Dosen. Da der Schadstoff erst durch Hitzeeinwirkung aus dem bindenden Material gelöst wird, besteht in den meisten Fällen kein Risiko für die eigene Gesundheit – Man sollte aber darauf achten, Plastikfalschen und -verpackungen nicht zu erhitzen oder an heißen Orten liegen zu lassen.

Neben Kunststoffen enthalten auch Thermopapiere einen gewissen Anteil BPA. Es befindet sich in der thermosensitiven Beschichtung des Thermodirektpapiers und sorgt dafür, dass es sich unter Hitzeeinwirkung verfärbt. So kommt BPA vor allem in Bonpapieren vor, die im Einzelhandel genutzt werden, in Thermodirektetiketten für Versand, Logistik oder Preisauszeichnung und in Fahr- und Eintrittskarten.

Warum wird BPA nur in Thermopapieren verboten?

Zwar ist die schädliche Wirkung von BPA in verschiedenen Studien nachgewiesen worden – in den meisten Fällen besteht aber kein erhöhter Kontakt mit der Substanz. Da Bisphenol nur unter Hitzeeinwirkung gelöst werden kann, ist der Gebrauch von BPA-haltigem Kunststoff nach den aktuellen Erkenntnissen ungefährlich. Selbst beim Kontakt mit Lebensmitteln besteht kein Risiko für Verbraucher, da der Schadstoff fest im Kunststoff gebunden ist, solange er keiner erhöhten Wärme ausgesetzt wird.

Bei Thermopapier sieht das anders aus: Um Thermodirektetiketten oder Kassenbons zu bedrucken, muss das Papier erhitzt werden. Somit wird unweigerlich BPA aus der Beschichtung gelöst, mit dem wir dann über unsere Haut in Kontakt kommen, wenn wir beispielsweise einen Kassenbon entgegennehmen. Bis 2016 besagten Forschungen zu diesem Bereich, dass der dermale Kontakt mit BPA keinerlei Risiken mit sich führe – Studien, die im Oktober 2016 durchgeführt wurden lassen aber andere Schlüsse zu und bringen den dermalen Kontakt mit gesundheitlichen Schäden bei Tieren in Verbindung.

Die Wirkung des Hautkontakts mit Bisphenol A ist also nicht komplett erforscht, sicher ist aber, dass auch dieser Gesundheitsrisiken birgt. Besonders für Kassiererinnen im Einzelhandel und Mitarbeiter, die für das Aufkleben von Versandetiketten zuständig sind – Also für Menschen, die vermehrt mit erhitztem Thermopapier in Berührung kommen ist das Verbot von BPA in Thermopapier daher eine sinnvolle Sicherheitsmaßnahme.