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Die 10 wichtigsten Fragen zum richtigen Etikett: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Etikettenwissen

K (Klebstofffilm wurde mit nur zwei f geschrieben.)
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*grob strukturierte Flächen (z.B.Textilgewebe, Spanplatten, Holz, Hammerschlaglack, Strukturglas, usw.)
 
*grob strukturierte Flächen (z.B.Textilgewebe, Spanplatten, Holz, Hammerschlaglack, Strukturglas, usw.)
  
'''''Darum ist es wichtig zu wissen, welche Oberflächen mit Etiketten beklebt werden:''' Etiketten können nur dann richtig haften, wenn ihr Haftklebstoff möglichst lückenlos die Klebefläche berührt. Ist die Klebefläche sehr glatt, dann ist diese Anforderung leicht erfüllt. Ist die Klebefläche dagegen rau oder  grob strukturiert, dann berührt das Etikett nur an den Rauhigkeitsspitzen die Klebefläche und die Haftkraft ist entsprechend gering.<br>Da Haftklebstoffe die Eigenschaft haben, unter Druck zu fließen, muss bei solchen Oberflächen der Anpressdruck erhöht werden, damit der Haftklebstoff in die Rauhigkeitstäler einfließen kann. Das kräftigere Anpressen nützt aber nur dann etwas, wenn der Klebstoffilm so dick ist, dass er bis zum Boden der Täler vordringen kann. Bei rauen und grob strukturierten Oberflächen muss man deshalb zu Etiketten mit höherem Klebstoffauftrag als normal greifen. <br>Bei glatten Oberflächen kann somit der Klebstoffilm des Etiketts dünn sein, bei rauen oder grob strukturierten Oberflächen sollte der Klebstofffilm dicker sein. <br>Ein weiterer Einflussfaktor ist das physikalische Merkmal einer Oberfläche. Hier werden hochenergetische und niederenergetische Flächen unterschieden. Erstere sind einfach zu beklebende Oberflächen und lassen sich gut mit Wasser benetzen. Letztere sind schwierig und oft nur mit speziellen Haftklebstoffen zu bekleben und lassen sich nicht mit Wasser benetzen.''
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'''''Darum ist es wichtig zu wissen, welche Oberflächen mit Etiketten beklebt werden:''' Etiketten können nur dann richtig haften, wenn ihr Haftklebstoff möglichst lückenlos die Klebefläche berührt. Ist die Klebefläche sehr glatt, dann ist diese Anforderung leicht erfüllt. Ist die Klebefläche dagegen rau oder  grob strukturiert, dann berührt das Etikett nur an den Rauhigkeitsspitzen die Klebefläche und die Haftkraft ist entsprechend gering.<br>Da Haftklebstoffe die Eigenschaft haben, unter Druck zu fließen, muss bei solchen Oberflächen der Anpressdruck erhöht werden, damit der Haftklebstoff in die Rauhigkeitstäler einfließen kann. Das kräftigere Anpressen nützt aber nur dann etwas, wenn der Klebstoffilm so dick ist, dass er bis zum Boden der Täler vordringen kann. Bei rauen und grob strukturierten Oberflächen muss man deshalb zu Etiketten mit höherem Klebstoffauftrag als normal greifen. <br>Bei glatten Oberflächen kann somit der Klebstofffilm des Etiketts dünn sein, bei rauen oder grob strukturierten Oberflächen sollte der Klebstofffilm dicker sein. <br>Ein weiterer Einflussfaktor ist das physikalische Merkmal einer Oberfläche. Hier werden hochenergetische und niederenergetische Flächen unterschieden. Erstere sind einfach zu beklebende Oberflächen und lassen sich gut mit Wasser benetzen. Letztere sind schwierig und oft nur mit speziellen Haftklebstoffen zu bekleben und lassen sich nicht mit Wasser benetzen.''
  
  

Version vom 5. April 2013, 14:55 Uhr

1. Wo sollen die Etiketten eingesetzt werden?

  • innen
  • außen

Darum ist es wichtig zu wissen, ob ein Etikett innen oder außen eingesetzt wird: Etiketten für die Außenanwendung sind der Witterung ausgesetzt, denen sie widerstehen müssen. Je nach den Anforderungen müssen Obermaterial und Druck lichtecht und beständig gegen Regenwasser und andere Umwelteinflüsse sein. Auch der Haftklebstoff darf seine spezifizierten Eigenschaften nicht verändern.
Bei der Innenanwendung entfallen viele der genannten Einflußfaktoren oder wirken nur in sehr abgeschwächter Form. Das Etikett braucht nicht die hohen Echtheitsanforderungen zu erfüllen, es kann in vielen Fällen dadurch deutlich preiswerter sein.


2. Sollen die Etiketten nach dem Aufkleben...

  • permanent haften
  • jederzeit wieder ablösbar sein
  • noch nach einigen Tagen wieder ablösbar sein
  • noch nach Monaten wieder ablösbar sein

Das bedeutet es, wenn ein Haftklebstoff permanent klebt oder wenn er wieder ablösbar ist: Die Eigenschaften von Haftklebstoffen sind in DIN 30646 (3.1992) - Selbstklebende Schilder: Technische Lieferbedingungen für Schilder aus Kunststofffolie, Aluminiumfolie und Papier festgelegt. Mangels anderer Standards sind die Festlegungen der DIN 30646 auch für Etiketten anwendbar. Die Norm unterscheidet zwischen folgenden Haftklebstoffarten:
*Permanent haftender Klebstoff: Etiketten dürfen bei einer vereinbarter Klebkraftstufe nicht rückstandsfrei und unzerstört entfernt werden können.
*Ablösbarer Klebstoff: Etiketten mit diesem Klebstoff müssen eine unverrückbare und dauerhafte Verbindung mit dem Untergrund eingehen, jedoch müssen sie sich innerhalb einer Klebedauer von 2 Jahren rückstandsfrei und ohne Zerstörung des Untergrundes von diesem entfernen lassen. Allerdings muss der Untergrund für diesen Klebstoff ausreichend geeignet sein.
*Niedrigtemperatur-Klebstoff: Mit diesem Klebstoff ausgerüstete Etiketten müssen sich bei Luft- und Untergrundtemperaturen unter 4°C verkleben lassen. (Die normale Anforderung liegt bei einer Mindestverklebetemperatur von +10 °C)
*Sonder-Klebstoff: Diese Etiketten müssen sich auf rauen und/oder apolaren Flächen (Flächen mit niedriger Oberflächenspannung) verkleben lassen.


3. Worauf sollen die Etiketten geklebt werden?

  • sehr glatte Flächen (z.B.Glas, glänzendes Metall usw.)
  • raue Flächen (z.B. Mattglas, Papier, Wellpappe, Keramik usw.)
  • grob strukturierte Flächen (z.B.Textilgewebe, Spanplatten, Holz, Hammerschlaglack, Strukturglas, usw.)

Darum ist es wichtig zu wissen, welche Oberflächen mit Etiketten beklebt werden: Etiketten können nur dann richtig haften, wenn ihr Haftklebstoff möglichst lückenlos die Klebefläche berührt. Ist die Klebefläche sehr glatt, dann ist diese Anforderung leicht erfüllt. Ist die Klebefläche dagegen rau oder grob strukturiert, dann berührt das Etikett nur an den Rauhigkeitsspitzen die Klebefläche und die Haftkraft ist entsprechend gering.
Da Haftklebstoffe die Eigenschaft haben, unter Druck zu fließen, muss bei solchen Oberflächen der Anpressdruck erhöht werden, damit der Haftklebstoff in die Rauhigkeitstäler einfließen kann. Das kräftigere Anpressen nützt aber nur dann etwas, wenn der Klebstoffilm so dick ist, dass er bis zum Boden der Täler vordringen kann. Bei rauen und grob strukturierten Oberflächen muss man deshalb zu Etiketten mit höherem Klebstoffauftrag als normal greifen.
Bei glatten Oberflächen kann somit der Klebstofffilm des Etiketts dünn sein, bei rauen oder grob strukturierten Oberflächen sollte der Klebstofffilm dicker sein.
Ein weiterer Einflussfaktor ist das physikalische Merkmal einer Oberfläche. Hier werden hochenergetische und niederenergetische Flächen unterschieden. Erstere sind einfach zu beklebende Oberflächen und lassen sich gut mit Wasser benetzen. Letztere sind schwierig und oft nur mit speziellen Haftklebstoffen zu bekleben und lassen sich nicht mit Wasser benetzen.


4. Sind diese Flächen...

  • eben
  • leicht gekrümmt (Krümmungsradius > 150 mm)
  • stärker gekrümmt (Krümmungsradius > 50 mm)
  • sehr stark gekrümmt (Krümmungsradius wie Reagenzglas)

Darum ist es wichtig zu wissen, ob ebene oder gekrümmte Flächen beklebt werden sollen:
Haftklebstoffe verhalten sich wie sehr zähe Flüssigkeiten. Je gekrümmter der Gegenstand ist, auf dem das Etikett klebt, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Etikett auf Dauer verrutscht (kriecht). Im Falle sehr kleiner Krümmungsradien - beispielsweise beim Etikettieren von Reagenzgläsern - müssen deshalb Spezialetiketten mit biegeweichem Obermaterial und besonders kriech-beständigem Haftklebstoff gewählt werden.


5. Sind die Flächen...

  • wie die Etiketten auf Normaltemperatur (18 bis 25°C)
  • kälter als die Etiketten und zwar zwischen 18°C und 5°C
  • sehr viel kälter als die Etiketten und zwar unter 5°C
  • oder im tiefgefrorenem Zustand (<-20°C)

Darum ist die Umgebungstemperatur wichtig:
Haftklebstoffe sind thermoplastische Werkstoffe, d.h. in der Wärme sind sie weich oder sogar fließfähig und in der Kälte hornartig und spröde. Die Klebstoffauswahl sollte also nach dem zu erwartenden Temperaturumfeldes ausgewählt werden.


6. Sind die Flächen behaftet mit...

  • Kondenswasser- oder Wasserdampf-Film
  • Gleitmittel, Silikon oder ähnlichen Stoffen
  • anderen Stoffen
  • nichts, sie sind sauber und trocken

Diesen Einfluss haben Anhaftungen an der zu beklebenden Oberfläche:
Oberflächen sollten staubfrei und sauber sein, denn Klebstoffe kleben auf der ersten Schicht einer Oberfläche. Ist die zu beklebende Oberfläche mit Staub bedeckt, dann klebt das Etikett auf Staub und hält natürlich nicht. Auch andere Anhaftungen können die Haftkraft des Etiketts verringern. Kondenswasser auf kalten Oberflächen gehört dazu, Ölfilme und anderes. Die Grundregel sollte stets lauten: Zu beklebende Oberflächen müssen trocken, sauber und frei von störenden Anhaftungen sein!


7. Geht das Etikett...

  • um Ecken herum
  • über Falze und Erhebungen
  • über Vertiefungen, Ritzen und Löcher

Darum sollte bekannt sein, was beklebt werden soll:
Liegen Ritzen, Löcher und Vertiefungen vor, die vom Etikett überdeckt werden sollen, müssen ggf. besondere Anforderungen hinsichtlich Festigkeit und Durchdrückbarkeit berücksichtigt werden.


8. Müssen die etikettierten Gegenstände...

  • temperaturbeständig sein (falls ja, Temperaturbereich angeben)
  • beständig gegen Flüssigkeiten sein (falls ja, bitte Stoffe nennen)
  • sonstige besondere Anforderungen erfüllen (falls ja, bitte spezifizieren)

Darum ist es wichtig zu wissen, ob ungewöhnliche Einflüsse auf das Etikett einwirken:
Ungewöhnliche Einflüsse können schon unerwartet niedrige oder hohe Temperaturen sein. Etiketten, die bestimmungsgemäß längere Zeit hohen Temperaturen ausgesetzt werden, müssen mit speziellen dafür geeigneten Haftklebstoffen ausgestattet werden.
Zu den ungewöhnlichen Einflüssen zählen aber auch der Kontakt mit Lösemitteln, Säuren, Basen, Ölen, Benzinen usw. sowie energiereiche Strahlung wie UV, die nicht nur die Eigenschaften des Haftklebstoffs verändern können, sondern auch das Obermaterial und den dort aufgebrachten Druck. Die möglicherweise notwendigen Echtheiten und Beständigkeiten können in aller Regel nicht mit Standardetiketten, sondern nur mit Spezialetiketten gewährleistet werden.


9. Können die etikettierten Gegenstände...

  • durch Inhaltsstoffe der Klebstoffe angegriffen oder beschädigt werden
  • Weichmacher enthalten, die das Etikett angreifen oder beschädigen

Können Etiketten etikettierte Gegenstände beschädigen?
Ja, das kann sein. Manche Haftklebstoffe enthalten Weichmacher oder Lösemittel, die unter bestimmten Bedingungen in den beklebten Gegenstand migrieren und dort Veränderungen der Farbe oder der Materialfestigkeit auslösen können. Vorsicht also, wenn weichmacher-empfindliche Gegenstände beklebt werden müssen. Bekanntes Beispiel sind von Etiketten ausgelöste Farbveränderungen auf Lederartikeln.


10. Sollen die Etiketten...

  • von Hand gespendet werden
  • automatisch gespendet werden

Darum ist es wichtig zu wissen, wie Etiketten gespendet werden:
Während das manuelle Spenden von Etiketten meist unproblematisch ist und keiner besonderen technischen Ausrüstungen der Etiketten bedarf, sind beim automatischen Spenden zusätzliche technische Anforderungen zu erfüllen.
Bei vielen Etikettenspendemaschinen wird die Lage der Etiketten auf dem Silikonpapier mit Lichtschranken detektiert. Das Silikonpapier muss die richtige Transparenz aufweisen, sonst arbeitet das System nicht korrekt.Die Trennkraft muss korrekt sein. Da die Trennkraft sehr stark von der Abzugsgeschwindigkeit des Etiketts abhängen kann.

Eine Inspiration zu Kategorie:Etiketten (Arten) wie und wo sie eingesetzt werden und in welchen Kategorie:Herstellungsverfahren sie produziert werden, finden Sie hier im Lexikon.